Die Maltzahn

Wappen Über die nachfolgenden Jahrhunderte besassen und bewirtschafteten die Maltzahn Lehnsgüter in ganz Mecklenburg und Vorpommern. Aller Lehnsbesitz war zur Zeit der Kolonisation nur persönliches Lehen des Fürsten, d.h. ein Leihbesitz für besondere Leistungen. Spätestens beim Tode des beliehenen Ritters fiel das Gut zurück an den Lehnsherrn, den Fürsten. Kostspielige Kriege, Repräsentationsstil, politisch-diplomatische Aktivitäten und ständig umfangreichere und kostspieligere Rechtsstreitigkeiten über unklare Besitzverhältnisse brachten die Landesfürsten in wachsende finanzielle Schwierigkeiten. Zu deren Beseitigung griffen sie immer häufiger zu der Möglichkeit der Verpfändung großer Lehnsgüter, um zu Geld zu kommen. Dadurch wurden die ursprünglichen Grundlagen des Lehnsverhältnisses entscheidend verändert. Wer gegen Geld einen Pfandbesitz – ein "Pfandgut" – erhalten hatte, war nun nicht mehr nur dienstverpflichteter Lehnsmann, sondern zugleich auch Gläubiger seines Lehnsherrn. Im Todesfalle ging zwar das verpfändete Gut nach Lehnsrecht in die Verfügungsgewalt des Fürsten zurück, nach Pfandrecht aber blieb das Gut in der Hand der erbberechtigten Familienmitglieder, wenn der Fürst die Pfandsumme (das Darlehen) nicht zurückzahlen konnte. Das war zunehmend der Fall. Dadurch profitierten die Maltzahn: sie zählten um 1500 zu den mächtigsten, einflussreichsten und reichsten Familien des Gebietes nordöstlich der Elbe.

Um 1900 verfügten die Maltzahn über Güter in Mecklenburg, Vorpommern, Schlesien, Brandenburg und Polen mit einem Umfang von 44.219 Hektar oder 442.190.000 Quadratmeter. Dazu gehörten die Güter Ivenack (mit Basepohl, Zolkendorf, Fahrenholz, Klockow, Weitendorf, Grischow, Krummsee, Goddin, Borgfeld), Grubenhagen (mit Großenluckow, Moltzow, Rambow), Penzlin (mit Werder, Lübkow, Kruckow, Wustrow, Rahnenfelde), Peckatel (mit Brustorf, Peutsch, Langhagen), Gützkow (mit Adamshof, Hüttenhof, Röckwitz), Kummerow (mit Leuschetin, Wüstgrabow, Pinnow, Duckow), Sarow (mit Ganschendorf, Utzedel/Dorotheenhof), Osten-Schmarsow (mit Vanselow, Leppin, Roidin, Teusin), Wolde (mit Gültz, Marienhöhe, Prützen, Hermannshöh, Schossow) Wodarg und Werder, Militsch (in Schlesien), Birkholz (in Brandenburg) und Goslub (in Polen). Die Maltzahn waren aber nicht nur Landwirte, sondern auch in der Politik als Diplomaten zahlreich und erfolgreich vertreten.


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